Beilbauchsalmler – Der Überflieger aus Südamerika

Etwas trockene Taxonomie zu Beginn, bevor wir uns den feuchtfröhlichen Fakten rund um einen spannenden und optisch sehr außergewöhnlichen Fisch zuwenden: Wie es sich für ein waschechtes Mitglied der Ordnung Salmlerartige (Characiformes) gehört, sind einige der zur Zeit insgesamt 9 beschriebenen Arten aus der Familie der Beilbauchsalmler überaus beliebte und populäre Aquarienpfleglinge.




Es wird vermutet, dass sich in den Gewässern des südamerikanischen Kontinents ( mit Ausnahme von Chile kommt er dort überall und außerdem im  mittelamerikanischen Panama vor) bislang noch unentdeckte Arten tummeln.

Nomen est omen

Wie der Beilbauchsalmler zu seinem deutschen Trivialnamen kam, wird schnell offensichtlich, wirft man einen Blick auf seine eigenwilligen Proportionen: Sein durchschnittlich 3-8cm Länge messender, seitlich stark abgeflachter Körper ähnelt am Bauch der bogenförmigen Schnittfläche eines Beiles, die Rückenlinie dagegen ist annähernd gerade.

Sein oberständiges Maul (dies bedeutet, dass der Unterkiefer länger ausgebildet ist als der Oberkiefer) lässt erahnen, dass er sich bevorzugt an der Wasseroberfläche aufhält. Dort ernährt er sich von ins Wasser gefallenen Insekten sowie deren Larven. Auch in menschlicher Obhut wird Lebendfutter Flockennahrung vorgezogen. Futterbestandteile, die absinken, werden vom Beilbauchsalmler nur in den oberen Wasserschichten verfolgt.

Entsprechend seinem bevorzugten Aufenthaltsort sollte die Wasseroberfläche mit einigen Schwimmpflanzen bestückt werden, in denen die Tiere Schutz finden.

Bis auf die Tatsache, dass das Weibchen in der Aufsicht ein wenig fülliger erscheint, weisen Beilbauchsalmler keinen auffallenden Geschlechtsdimorphismus auf, das bedeutet, männliche und weibliche Individuen sehen annähernd gleich aus.

Die hier gezeigten Bilder und Videos präsentieren den Silberbeilbauch-Salmler (Gasteropelecus sternicla). Dieser gehört zusammen mit dem Marmorierten Beilbauchsalmler und dem Gabelbeilbauchsalmler zu den am häufigsten im Aquaristik-Fachhandel angebotenen Vertretern.

Dieser hübsche Fisch, manchmal auch einfach kurz und prägnant Silberbeilbauch genannt, besitzt seitlich eine schwarze, schmale Längsbinde, welche von der Schulterpartie bis zur Schwanzwurzel verläuft. Sein Farbspektrum variiert von silbern – gräulich bis hin zu hell gelblich. Seine Flossen sind leicht transparent und nicht gefärbt, lediglich seine Rückenflosse kann ein dunkles Areal im vorderen Bereich aufweisen. Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Brasilien bis in den nordöstlichen Teil Südamerikas, genauer gesagt bis nach Guyana und Surinam. Er kann eine Körperlänge von bis zu 6,5cm erreichen und wird damit etwas größer als die meisten anderen oft im Aquarium gehaltenen Beilbauchsalmler.

Der Beilbauchsalmler unter Strom:

Für den Beilbauchsalmler darf das Wasser eine gewisse Fließgeschwindigkeit vorweisen, denn die Tiere genießen es, an der Wasseroberfläche in der Strömung zu „stehen“

Sein Temperaturoptimum liegt bei etwa 24°C bis 28°C, das Wasser sollte eher weich sein und im schwach sauren Bereich der pH-Skala, also in etwa bei 6 liegen. Obwohl Beilbauchsalmler in puncto Wasserwerte einigermaßen anpassungsfähig sind, kommt dies den Bedingungen in ihrer ursprünglichen Heimat am nächsten.

Die Beilbauchsalmler leben im Rudel

Hoch hinaus:

Beilbauchsalmler sind exzellente Springer, ihre Aquarien müssen entsprechend gut abgedeckt werden. Selbst kleinste Schlupflöcher nutzt der flinke Fisch für unerwünschte „Ausflüge“, dabei ist er theoretisch in der Lage, über Distanzen von mehreren Metern (!) über die Wasseroberfläche segeln. Diese Besonderheit stellt in der Natur vermutlich ein Fluchtverhalten dar, etwa bei Bedrohung durch Fressfeinde.

Es empfiehlt sich aus diesem Grund auch, das Aquarienwasser um ca. ein Drittel abzusenken, damit bei Bedarf wenigstens kleinere Sprünge ermöglicht werden.  

Geselligkeit wird bei ihm groß geschrieben: Getreu dem Salmler-Motto „Gemeinsam sind wir stark“ sollte eine Gruppengröße 10 Individuen keinesfalls unterschreiten, da dies eine hohe Stressbelastung, verbunden mit höherer Krankheitsanfälligkeit, für die Tiere bedeutet.

Vergesellschaftet werden kann der friedliche Beilbauchsalmler beispielsweise mit Fischen, die  mittlere (wie der Rote Neon und viele andere Salmlerarten) oder untere (wie zum Beispiel Panzerwelse) Wasserschichten des Aquariums bewohnen.

Bei optimalen Haltungsbedingungen kann der lebhafte Fisch bis zu 5 Jahre alt werden.

M. Baumberg

M. Baumberg

Leidenschaftliche Tierbloggerin!
M. Baumberg

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