Der Schwarze Phantomsalmler

Altbewährtes Schmuckstück:

Dieser hübsche und interessante Zierfisch aus der Ordnung der Salmlerartigen erfreut sich seit den Fünfziger Jahren in den Aquarien der Republik völlig zu Recht großer Beliebtheit, ist er Doch eine optische Bereicherung für jedes Biotop.

Heimatgefühle:

Wie die meisten Exemplare der in der Aquaristik anzutreffenden Salmler stammt Hyphessobrycon megalopterus – alternativ hört er aber auch auf den Namen Megalamphodus rodoaguae – aus Südamerika. Dort trifft man ihn im Schutz von üppig bepflanzten Bereichen in den sauren, mineralarmen Gewässern Brasiliens und Boliviens.

Um für geograpisch Bewanderte exakt zu bleiben: Er lebt dort im Einzugsgebiet des Río Paraguay und des Rio Guaporé. Interessante Extra-Informationen findest Du diesbezüglich übrigens in unserer Kategorie Flüsse.

Gleichberechtigung sieht anders aus:

Der schwarze Phantomsalmler (neben ihm gibt es übrigens noch den Roten Phantomsalmler und den Gelben Phantomsalmler) weist im Gegensatz zu vielen anderen Salmlerartigen einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus auf.
Das bedeutet, männliche und weibliche Individuen sind optisch deutlich voneinander zu unterscheiden. 

Erfreulicherweise dürfen sich bei diesem Tierchen zur Abwechslung mal die Damen der Schöpfung in ein farbenfroheres Gewand kleiden als ihre männlichen Kollegen. Ihr Körper ist leicht rötlich mit intensiv-roten Flossen, die männlichen Tiere hingegen sind hell gräulich, in der Balz färbt sich der hintere Teil ihres Körpers schwarz. 

Beide Geschlechter tragen direkt hinter dem Kiemendeckel den namensgebenden Schulterfleck. Dieses schwarze Alleinstellungsmerkmal verläuft beidseits in vertikaler Richtung und ist an den Seite weiß eingerahmt. Ihr salmler-typisch seitlich stark abgeflachte Körper wird etwa 5 Zentimeter lang.

Der Schwarzer# Phantomsalmler im Schwarm

We are Family:

Der salmlertypischen Geselligkeit sollte man als verantwortungsbewusster Aquarianer unbedingt Rechnung tragen: Gruppen ab 10 Exemplaren tragen maßgeblich zum Wohlbefinden des Schwarzen Phantomsalmlers bei.

Gelegentlich findet man in der Literatur auch Angaben, dass eine paarweise Haltung ebenfalls legitim sei, dies ist jedoch inzwischen überholt und als nicht artgemäß anzusehen. 

Zur Vergesellschaftung eignen sich beispielsweise Panzerwelse und Zwergbuntbarsche sowie fast alle anderen Salmler. Eine Ausnahme in letzer Kategorie bildet zum Beispiel der Kupfersalmler. Dieser neigt – vor allen Dingen während der Laichzeit – dazu, Fische anderer Art mitunter heftig zu jagen. In solch ruppiger Gesellschaft neigt der Schwarze Phantomsalmler dazu, eher scheu und schreckhaft zu bleiben.

Natürlich muss bei der Besatzdichte für genügend Schwimmraum gesorgt sein, auch die Wasserqualität darf nicht unter zu üppiger Geselligkeit leiden.
Der Schwarze Phantomsalmler hält sich bevorzugt in den mittleren Wasserbereichen des Aquariums auf.

Schaukämpfe statt echter Aggression:

Die männlichen Schwarzen Phantomsalmler bilden kleine Reviere und verteidigen diese mit ritualisierten Kämpfen, bei denen jedoch der Gegner fast nie ernsthaft verletzt wird. Nur selten kommt es zu leichteren
Läsionen der Flossen, diese heilen aber in aller Regel problemlos wieder ab.

Für diesen Genesungsprozess muss selbstverständlich genügend Rückzugsmöglichkeit gegeben sein. Häufig zu beobachten ist zum Beispiel das so genannte seitliche Imponieren des männlichen Schwarzen  Phantomsalmlers:

Hierbei legt sich das männliche Tier mit aufgerichteten Flössen für einige Zeit schräg ins Wasser, diese Geste kann sowohl territoriales Verhalten wie auch Balzverhalten bedeuten, dienst also je nach Situation dem Imponieren sowohl weiblicher als auch männlicher Artgenossen.

Zusammenfassend handelt es sich beim Schwarzen Phantomsalmler also um einen friedliebenden Fisch, der problemlos mit nicht räuberisch lebenden anderen Fischen im Gesellschaftsbecken zu halten ist.

Munter wie ein Fisch im Wasser – Wissenswertes über die richtigen Wasserparameter:

Wie bereits erwähnt lebt der Schwarze Phantomsalmler in seiner südamerikanischen Heimat ausschließlich in sauren bis sehr sauren und mineralarmen Gewässern. Dennoch weist er in menschlicher Obhut abweichenden Parametern gegenüber eine bemerkenswerte Toleranz auf. So kann man ihn ohne Weiteres auch in Aquarien mit einem leicht alkalischen pH-Wert (bis 7,5) pflegen.

Ideal ist für ihn weiches Wasser, seine Schmerzgrenze liegt bei einer Gesamthärte von 18°, mit Nachwuchs ist in diesen Bereichen allerdings nicht mehr zu rechnen. Sein Temperatur Optimum beträgt 22°C bis 28°C, dieses sollte nach Möglichkeit weder über – noch unterschritten werden.

Die richtigen Rahmenbedingungen:

Um dem Schwarzen Phantomsalmler eine Unterkunft zu bieten, in der er sich so richtig wohl fühlt, sollte man unbedingt auf eine üppige Bepflanzung achten. Genügend Schwimmplatz muss natürlich dennoch gewährleistet sein, weshalb eine Aquariengröße von 60 Litern (dieser Brutto-Inhalt wird oft als ausreichend angegeben) in meinen Augen zu knapp bemessen ist, vor allem, wenn man plant, ihn mit weiteren Arten zusammen zu halten.

Die dunklen, dicht bewachsenen Gewässer seiner Heimat kann man ihm durch ein ausreichendes Angebot an Schwimmpflanzen imitieren. Hierfür bestens geeignet ist zum Beispiel der Schwimmende Hornfarn (Ceratopteris pteridioides), eine sehr schnellwüchsige und überaus robuste Wasserpflanze, die in fast allen tropischen Gewässern dieser Erde beheimatet ist. Darüber hinaus ist diese Pflanze ein sehr guter Nitrat-Verwerter, ihre Anwesenheit kann also helfen, überschüssigem Algenwachstum entgegen zu wirken.

Kein Gourmet unter den Flossenträgern:

Der Schwarze Phantomsalmler gibt sich auch in Sachen Ernährung überaus pflegeleicht. Egal, ob Lebendfutter, Frostfutter oder auch Flockenfutter – alles wird gern von ihm akzeptiert und – gute Qualität voraus gesetzt – die Auswahl hat keinen maßgeblichen Einfluss auf Gesundheit und Wohlbefinden.

Auf ein schönes, langes Leben:

Beherzigt man die oben genannten Ratschläge, so hat man sich mit dem Schwarzen Phantomsalmler einen relativ langlebigen Pflegling ins Haus geholt: Bis zu 6 Jahre lang kann man sich dann an seiner Schönheit und seinem interessanten Sozialverhalten erfreuen!

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